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Pharoah Sanders – Pharaoh

Mitspieler:

siehe unten im Text

Trackliste:

1. Seven By Seven
2. Bethera
3. Bernard Stollman Meets Pharoah Sanders
4. Coming To New York
5. Meeting Sun Ra
6. Meeting John Coltrane
7. Comments On Other Musicians
8. Playing With Don Cherry
9. The Scenen
10. Why The Music Changes
 

Pharoah Sanders – Pharaoh, später: Pharoah’s First

Pharoah Sanders – Pharaoh, später: Pharoah’s First (ESP 1003)

ESP – welch magisches Plattenlabel!
Bernard Stollman gründete diese Firma in New York, mit der Absicht, die Sprache Esperanto (daher ESP) musikalisch zu verbreiten (erste Veröffentlichung daher die Gruppe Esperanto mit „Ni kantu en Esperanto").
Aber bereits die 2. Veröffentlichung widmete sich dem freien Jazz, der Avantgarde, Albert Ayler’s „Spiritual Unity“.

Doch heute geht es um Pharoah Sanders, seine erste Platte, die dritte auf ESP.

Ja, es gab auch ein „Leben vor Coltrane“ für Sanders!

Im September des Jahres 1964 betrat Sanders das Studio, wobei 2 lange Stücke, „Seven by seven“ (26:17) und „Bethera“ (23:39) in dieser Besetzung eingespielt wurden:

Pharoah Sanders: tenor saxophone; Stan Foster: trumpet; Jane Getz: piano; William Bennett: Kontrabass; Marvin Patillo: percussion.

1965, als er bereits mit Coltrane zusammenarbeitete, erschien die Platte.
Doch auch bereits auf diesen beiden Aufnahmen spürt man den Einfluss Trane’s, ohne dass Sanders nicht aber seine persönliche Note einbrachte, vielleicht etwas orientiert an der Musik Don Cherry’s, d.h. dessen musikalischer Vorstellung von freier Musik. Leider aber nicht der Rest der Band, denn hier sind eher bebop-orientierte Musiker am Werk.

So ist dieses grundsätzlich sicher Hard Bop, teilweise geht die Musik bereits in eine avantgardistische Richtung, doch im Gegensatz zum Zeit- und Labelgenossen Ayler eher „bieder“ im Vergleich.

Das erste Stück ist jenes, dass bereits verheißen lässt, was da noch kommen sollte, während das zweite dann doch eher an die End-Fünfziger-Jahre anlehnt.

Wunderbar ausdrucksstarkes Spiel von Sanders, von der Rhythmusgruppe sehr gut unterstützt. Lediglich für Jane Getz hätte ich lieber eine druckvollere Besetzung gehabt. Sie spielt durchaus elegant und versucht, sich an McCoy Tyner zu orientieren. Sie und der Trompeter haben neben Sanders reichlich solistischen Freiraum.

Zur Abrundung der Sanders - Diskografie aber eine sicher wichtige Platte.
Wer sich allerdings an Sanders-Impulse-Phase orientiert, darf diese Musik nicht daran messen.

Wolfgang


P.S. : Als Nachtrag zur ESP-Geschichte hier noch am Rande der Hinweis, dass dann später noch solche Acts wie Timothy Leary, The Fugs und Tuli Kupferberg zum Kreis der Künstler zählten!