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Samuel Maghett - Magic Sam

Geboren am: 14.2.1937
Geburtsort:  Grenadas, Mississippi
Instrument: guit, voc.

 

Magic Sam

Er wurde am 14.2.1937 als Samuel Maghett in der Nähe Grenadas, Mississippi geboren. Aus seiner Familie war niemand „musikalisch vorbelastet“. Samuel hörte begeistert Musik auf Hausparties und begann alsbald, seine eigenen „Instrumente“ zu basteln. So experimentierte er mit Drähten, die er einfach an das Haus annagelte und „schuf“ seine erste „Gitarre“ aus Zigarrenboxen. 1950 zog er mit der Familie nach Chicago. Mittlerweile mit einer echten Gitarre ausgestattet, spielte er seinen Mitschülern oft vor. Die ersten Engagements bestanden dann bald mit einer Gospelband, „The Morning View Special“ und mit der „Homesick James Band“.

Durch Unterstützung eines Glücksspielers, angeblich sein Onkel, der dann später unter dem Namen Shakey Jake als Mundharmonikaspieler bescheidenen Erfolg hatte, formte Samuel bald seine eigene Band, in der auch Nachbar Syl Johnson (später ein bekannter Soulinterpret) mitwirkte. Samuel, bislang unter dem Namen „Good Rocking Sam“ auftretend, versuchte, die Musik des Deltas mit dem Feuer des elektrischen Blues von Muddy Waters und B.B.Kings zu vereinen. Zusammen mit Otis Rush und Buddy Guy wurde so der WEST SIDE SOUND Chicagos geboren.

Shakey Jake hatte den schüchternen Samuel auch ermutigt, zu singen. Schon bald wurde die Schallplattenindustrie auf den jungen Mann, der einen anderen Stil hatte, aufmerksam( u.a. Willie Dixon hatte ihn gesichtet und wollte ihn bei CHESS unterbringen, der seine Arbeitgeber aber nicht überzeugen konnte), und so kam es dann zum Kontakt mit Eli Toscano’s Label COBRA. Auf Vorschlag von Mack Thompson, Syl Johnson’s Bruder, kam es zu einer von Toscano gewünschten Änderung des Künstlernamens in MAGIC SAM. 1957 wurde der Titel veröffentlicht, dessen Riff mit hohem Wiedererkennungswert später immer wieder von Magic Sam verwendet wurde, nämlich „All your love“. Das Stück ist bis heute einer der Bluesklassiker.

Doch Magic Sam beeinflusste den Chicagoblues mit mehr als nur diesem einen Stück. Sein von außergewöhnlichem Tremolo-Sound geprägtes Gitarrenspiel hatte eine perfekte Ergänzung in vibrierendem, sehr lyrischem Single-Note -Spiel, und er verfügte über ein unglaubliches Feeling. Sein Spiel klang völlig anders als das der anderen Gitarristen. Neben dem häufig verwendeten „Markenzeichen“ á la „All your love“ waren seine rockenden Boogielicks, die stets wieder für Begeisterung sorgten, immer wieder beliebt.
Darüber hinaus verfügte er über eine sehr „beseelte“ Stimme, vielleicht etwas an Sam Cooke erinnernd, mit einem dem Gitarrenspiel ähnlichen Vibrato.
COBRA konnte seinen lokalen Erfolg leider nicht weiter ausdehnen und schloss im Jahre 1960. Sam’s Labelkollegen Otis Rush und Buddy Guy fanden eine neue Heimat bei CHESS, während Sam zur Armee einberufen wurde. Bereits nach einigen Wochen desertierte er, wofür er dann später noch eine Haftstrafe im Militärgefängnis absitzen musste. Zwischendurch nahm er einige Lieder für das CHIEF-Label auf. Anschließend, ab 1961 veröffentlichte er vereinzelt Singles für CBS und CRASH. Er war aber damit unzufrieden, weil er endlich ein komplettes Album aufnehmen wollte. So war es 1967, als er die Aufmerksamkeit von Bob Koester errang. Ihm gehörte die Firma DELMARK Records und er ermöglichte Sam, noch im Jahre 1967, die Veröffentlichung des Albums „West Side Soul“. (siehe auch meine CD-Empfehlung!)

Dieses klassische Album wurde ergänzt durch das 1969 veröffentliche, 2. Album für DELMARK, von dem Sam sagte, es sei sein bestes, „Black Magic“. Der Band wurde noch ein Saxophonist, Eddie Shaw hinzugefügt, und Lafayette Leake bediente jetzt das Piano.
Leider wurde dieses Sam’s letzte Studioaufnahme.
Beide Platten ernteten internationale Kritiker-Anerkennung und definierten auf ihre ganz besondere Weise den typischen Chicago-Westside -Sound, und Sam schien auf dem Weg ganz nach oben zu sein. Hatte er bislang nur in kleinen Clubs gespielt, trat er jetzt in großen Hallen wie dem Fillmore auf, und es boten sich jetzt die Möglichkeiten großer Festivals.
So stand sein großer Auftritt beim „1969 Ann Arbor Blues Festival“ bevor.

Magic Sam’s Auftritt begann unplanmäßig, als er bei seiner Ankunft nur mit dem Bassisten Bruce Barlow erschien. Man verschob seinen Auftritt und der ebenfalls mit seiner Band auftretende Schlagzeug Sam Lay sprang als Ersatz ein. Das Konzert begann mit Freddie Kings „San-Ho-Zay“ und das Publikum war aus dem Häuschen. 6 weitere Stücke folgten und der Auftritt wurde beschlossen von einem feurigen „Looking Good“ , die Zugaben auch noch einmal mit diesem „Killer-Instrumental“! Freddie King hatte die unglückliche Aufgabe des nächsten Auftritts, denn das Publikum soll nach Magic Sam geschrieen haben.

Für das Jahr 1970 wurde Magic Sam dann gleich als Top-Act gebucht.(Übrigens, die unglaublich mitreissenden Aufnahmen vom Festival sollte man haben , veröffentlicht auf DELMARK als „Magic Sam Live“, gekoppelt mit älteren Aufnahmen(aber zumindest hier kein HiFi, bei der Superqualität der Musik aber auch gut entbehrlich!!!)).

Die renommierte Firma STAX wollte Sam unbedingt haben und trat in Verhandlungen ein.
Doch leider kam es dazu nicht mehr, denn am 1.12.1969 fühlte er sich nach dem Frühstück nicht wohl, klagte über Herzprobleme und verstarb noch am gleichen Morgen im Alter von 32 Jahren, viel zu früh...................
Sam hinterließ eine Frau und 4 Kinder.

So sind uns nur die neben den regulär veröffentlichten Aufnahmen jene geblieben, die DELMARK noch aus den Archiven zauberte, darunter die „Magic Sam Legacy“ mit Studioaufnahmen, das wunderbare „Give me time“, aufgenommen auf einem Tapedeck zu Hause bei Magic Sam in Chicago, nur Sam’s Gesang und seine E-Gitarre, im Januar 1968. (die Familie, hier insbesondere die Kinder, sind gelegentlich auch zu hören, Eddie Boyd einmal als Gastsänger).
Dieses sind Aufnahmen voller Charakter und Wärme, die sein Lebenswerk abrunden.
Magic Sam hat viele junge Gitarristen nach seinem Tod beeinflußt und trotzdem ist ihm nicht die Anerkennung, die er verdient hätte, zuteil geworden.
Wolfgang


Quellen:


Liner Notes folgender CDs:
West Side Soul, Black Magic, Magic Sam Live, Give me time
Sheldon Harris - Blues who’s who
 

Discography: